MTO-Analyse

Die ganzheitliche MTO-Analyse ist ein arbeitspsychologisches Instrument für Unternehmen.


Die ganzheitliche MTO-Analyse

Der ganzheitlichen MTO- Analyse liegen das MTO-Konzept, der soziotechnische Systemansatz und die Handlungsregulationstheorie als grundsätzliche theoretische Basis zugrunde. Im Rahmen des Forschungsprojektes „Gestaltung rechnerunterstützter integrierter Produktionssysteme (GRIPS) wurde ein an Industrieunternehmen ausgerichtetes arbeitspsychologisches Instrument entwickelt.

Die ganzheitliche MTO-Analyse erfordert Untersuchungen auf verschiedenen Ebenen des untersuchten Systems. Auf der Ebene des Unternehmens werden u.a. die Ziele, die Personalstruktur, der Technikeinsatz, das Innovationsverhalten, das Qualitätsmanagement, die Arbeitszeitmodelle sowie die soziotechnische Geschichte der Schule analysiert.

Die erhobenen Informationen bieten den Bezugsrahmen und die Randbedingungen für das weitere Vorgehen auf den Ebenen der Organisation, der Gruppe und schließlich der Ebene des Individuums.
Die Analyse erfolgt unter Berücksichtigung der Gestaltungsprinzipien Dezentralisierung, funktionale Integration, Selbstregulation sowie qualifizierte Arbeit.

Das MTO-Konzept

Dieser ganzheitlichen MTO-Analyse liegt das MTO Konzept mit den drei Dimensionen „Mensch“, „Technik“ und „Organisation“ als allgemeines Orientierungsmodell zugrunde. Die Dimensionen definieren, bedingen und verbinden sich konzeptuell über die jeweilige Arbeitsaufgabe und formieren sich so zu einem Ganzen, welches in eine bestimmte natürliche und soziale Umwelt eingebettet ist (Ulich, 1997).

Dabei betont Ulich (1998) die Überlegenheit eines arbeitsorientierten gegenüber einem technikorientierten Gestaltungskonzept. Für eine optimale Arbeitsgestaltung müssen sowohl menschliche als auch technische Ressourcen berücksichtigt werden. Insbesondere deren gegenseitige Abhängigkeit und die Einbettung in das organisationale Gefüge gilt es zu berücksichtigen.

Der soziotechnischer Systemansatz

Das zu untersuchende Arbeitssystem Schule wird unter Berücksichtigung eines soziotechnischen Ansatzes als zielorientiertes, offenes und dynamisches System verstanden. Als dynamisches System steht die Schule über Inputs und Outputs mit ihrer Umwelt in Verbindung.
Das Arbeitssystem umfasst ein technisches als auch ein soziales Teilsystem. Das soziale Teilsystem besteht „aus den Organisationsmitgliedern mit ihren individuellen und gruppenspezifischen Bedürfnissen physischer und psychischer Art, insbesondere deren Ansprüchen an die Arbeit sowie Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten“ (Alioth 1980, S.26).

Das technische Teilsystem steht mit seinen technologischen und räumlichen Bedingungen dem sozialen Teilsystem gegenüber.

Die Handlungsregulationstheorie

Die "Handlungsregulationstheorie" betrachtet geistige (kognitive) Prozesse und motorische Prozesse der Ausführung als Einheit und bezieht sich nicht nur auf Arbeit, sondern generell auf menschliches Handeln.

Mit der Handlungsregulationstheorie werden nach Volpert (1987, S. 5) „psychische Prozesse der Formung und Lenkung von Handlungen" bei der "Ausführung und Variation einer (Arbeits-) Tätigkeit, aufgrund rückgekoppelter Informationen über das Arbeitsergebnis und Informationen aus der Umwelt" (Volpert, 1997, S.453) modellhaft abgebildet.

Dieser formende und steuernde Prozess wird als psychische Regulation einer Handlung bezeichnet. Mit dem Modell der hierarchisch-sequentiellen Handlungsregulation werden Qualitätskriterien konkreter Handlungen abgeleitet. Diese Kriterien bilden die Basis sogenannter vollständiger Handlungen. Eine Forderung nach vollständigen Handlungen führt die Forderung nach vollständigen Aufgaben mit sich.

Die entscheidende Meß- bzw. Kenngröße, die das Ausmaß der damit vorgegebenen Regulationserfordernisse angibt, wird als Tätigkeitsspielraum bezeichnet. Die Hauptaufgabe der handlungspsychologisch begründeten Vorschläge zur Arbeitsgestaltung ist nach Volpert (1987) die Erweiterung und Erhöhung dieses Spielraums.

Strategien der Arbeitsgestaltung

Im Sinne einer optimalen Berücksichtigung anthropometrischer und ergonomischer Anforderungen formuliert Ulich (1998) 3 Strategien der Arbeitsgestaltung.

  • Korrektive Arbeitsgestaltung
  • Präventive Arbeitsgestaltung
  • Prospektive Arbeitsgestaltung

Diese drei Strategien sind auch bei der Durchführung einer Evaluation zu berücksichtigen. Neben dem Aufzeigen bestehender Mängel ist die vorwegnehmende Vermeidung von Beeinträchtigungen wichtige Aufgabe einer gestaltenden Strategie.

Eine Humanisierung von Arbeitstätigkeiten, führt zu der Forderung, die Entwicklungsmöglichkeiten der Mitarbeiter als ein entscheidendes Kriterium zu berücksichtigen. Eine solche prospektive Strategie hat als primäre Zielsetzung die Schaffung von Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentwicklung der Mitarbeiter.

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