Bewertung

Unabhängigkeit und Aufgabenzusammenhang der Organisationseinheit, sowie Einheit von Arbeitsergebnis und Organisation.


Die Bewertung

Unabhängigkeit der Organisationseinheit

Zentrale Frage ist ob der Organisationseinheit eine vollständige Primäraufgabe übertragen ist, so dass die Möglichkeit der Selbstregulation von Schwankungen und Störungen am Entstehungsort besteht. Voraussetzung für eine solche Selbstregulation ist eine weitgehende Unabhängigkeit der Aufgabe von anderen Organisationseinheiten.

Für die Bewertung der Organisationseinheit Lehre sichtet der Autor die vorliegenden Informationen unter anderem hinsichtlich der Fragen:

  • Inwieweit ist der Auftrag als vollständige in sich geschlossene Aufgabe anzusehen?
  • Werden planende, vorbereitende, ausführende und überprüfende Teilaufgaben im Arbeitssystem integriert?
  • Welche Abhängigkeiten bestehen durch Inputs aus vorgelagerten Systemen?
  • Welchen Einfluss haben die Mitglieder des Arbeitssystem auf Entscheidungen die den Input und den Transformationsprozess betreffen.

Begründung für die Bewertung:

Diese relativ niedrige Bewertung ergibt sich aus der großen Abhängigkeit und des geringen Einflusses des Arbeitssystems hinsichtlich des vorgelagerten Inputs. Die Integration von planenden, vorbereitenden, ausführenden und kontrollierenden Teilaufgaben spricht für eine höhere Bewertung. Insgesamt besteht eine Unabhängigkeit der Organisationseinheit jedoch nur in Teilbereichen.

Aufgabenzusammenhang innerhalb der Organisationseinheit

In dieser Bewertungsdimension soll beantwortet werden, inwieweit die Teilaufgaben des Arbeitssystem in einem inhaltlichen Gesamtkontext verbunden sind.

Die zugrundliegende Fragestellung sind:

  • Sind für die Ausführung der Primäraufgabe aufeinander aufbauende Teilaufgaben notwendig?
  • Ergeben sich durch Parallelität von Aufgaben innerhalb des Arbeitssystems die Notwendigkeit von Planung und Absprachen?
  • Schafft die inhaltliche Verknüpfung von Aufgaben die Möglichkeit gegenseitiger Unterstützung?
  • Müssen aufgrund des inhaltlichen Aufgabenzusammenhang gemeinsame Problemlösungen erarbeitet werden?

Begründung für die Bewertung:

Die hohe Bewertung spiegelt den inhaltlichen Gesamtzusammenhang der Primäraufgabe auf vielerlei Ebenen wider. Es sind vielerlei Absprachen innerhalb des Kollegium zu Planung, Koordination, konkreter Umsetzung und Überprüfung durch inhaltlich zusammenhängender Teilaufgaben notwendig.

Einheit von Arbeitsergebnis und Organisation

Ob sich die Mitglieder des Arbeitssystems mit den Resultaten der eigenen Arbeit identifizieren können, ist wesentlich von der Einheit von Produkt und Organisation abhängig. Diese Bewertungsdimension soll beantworten, ob die Arbeitsergebnisse in qualitativer und quantitativer Hinsicht dem Arbeitssystem zugeordnet werden können.

Als bewertungsrelevante Fragen sollen deswegen beantwortet werden:

  • Welche Anteile hat das Arbeitssystem am Endprodukt?
  • Inwieweit ist das Arbeitsergebnis greifbar und überprüfbar?
  • Können Mängel und Probleme des Arbeitsergebnisses auf das Arbeitssystem zurückgeführt werden?
  • Können sich die Mitglieder des Arbeitssystems mit den Arbeitsergebnisseen identifizieren?

Begründung für die Bewertung:

Die mittlere Bewertung hängt mit den beiden Teilaufgaben Erziehung und Bildung zusammen. Während für das fachliche Arbeitsergebnis eine eher höhere Bewertung möglich ist, steht dieser Bewertung mit dem teilweise wenig greifbaren Input bezüglich der pädagogischen Aufgaben eine niedrigere Bewertung entgegen.

Polyvalenz der Beschäftigten

Dieses Kriterium betrifft die Frage, inwieweit eine gegenseitige Unterstützung oder Vertretung möglich ist. Dazu soll bewertet werden, inwieweit mehrere Mitglieder zur Erfüllung von verschiedenen Teilaufgaben des Arbeitssystems befähigt sind.

  • Welche Teilaufgaben sind innerhalb des Systems zu erfüllen?
  • Wie viele Mitglieder des Arbeitssystem sind für welche Aufgaben qualifiziert?
  • Gibt es Arbeitsaufgaben die nur von einem oder sehr wenigen Mitgliedern der Organisation ausgeführt werden können?

Begründung für die Bewertung:

Die Polyvalenmatrizen zeigen eine hohe Polyvalenz in den Bereichen Aufgaben und Funktionen, der Unterrichtsfächer sowie der unterrichteten Klassen. Die Bedingungen für eine niedrigere Bewertung sind hinsichtlich Ihrer Bedeutsamkeit eher gering einzuschätzen, sollen aber hinsichtlich der Polyvalenz der Aufgaben noch Optimierungsmöglichkeiten andeuten.

Technisch-organisatorische Konvergenz

Die Bewertung der technisch-organisatorischen Konvergenz soll Aufschluss darüber geben, inwieweit die technischen Anforderungen der Arbeitsorganisation durch das zur Verfügung stehende technische System erfüllt werden (können).

Zugrundeliegende Fragen zur Abstimmung von organisatorischen und technologischen Bedingungen sind:

  • Welche technischen Teilaufgaben sind im Arbeitssystem zu bewältigen?
  • Sind die zur Verfügung stehenden technischen Mittel zur Erfüllung der Teilaufgaben angemessen?
  • Werden die technischen Einrichtungen zur Erfüllung der Arbeitsaufgaben auch genutzt?
  • Inwieweit sind die einzelnen Mitglieder qualifiziert, die zur Verfügung stehenden technischen Potenziale zu nutzen?

Begründung für die Bewertung:

Der Schule stehen alle benötigten technischen Hilfsmittel zu Verfügung und das Lehrpersonal ist für die Bedienung qualifiziert. Die schlechte räumliche Situation der Schule führt jedoch zu einer Beeinträchtigung der technisch-organisatorischen Konvergenz. Dies führt letztlich zu einer mittleren Bewertung.

Abschließende Bewertung

Insgesamt verfügt die Schule über wesentliche Voraussetzungen zur Selbstregulation. Der sehr hohe Aufgabenzusammenhang innerhalb der Organisationseinheit und die ebenfalls sehr hohe Polyvalenz der Beschäftigten, wurden bereits bei der in der Vorarbeit von Frau Nordmann untersuchten Schule gefunden. Hier stellt sich die Frage inwieweit diese Werte vom Schulsystem bedingt sind. Für die hohe Polyvalenz der Beschäftigten kann eine generell breite Basisqualifikation durch die Ausbildung der Lehrer und Lehrerinnen angenommen werden.

Eine eindeutige Einheit von Produkt und Organisation kann nicht festgestellt werden. Der Grund hierfür liegt vor allem im pädagogischen Teilsystem, welches durch viele unkontrollierbare Faktoren die außerhalb des Arbeitssystems liegen, beeinflusst wird. Dies ist insoweit bedauerlich, als es für die Lehrer und Lehrerinnen die Identifizierung mit dem Ergebnis der eigenen pädagogischen Arbeit erschwert.

Die festgestellte relativ niedrige Unabhängigkeit der Organisationseinheit erschwert dem Arbeitsystem die Selbstregulation von Schwankungen und Störungen am Entstehungsort.Bewrtung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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