Unterrichtsqualität

Durchsschnittliche Bewertungen der Lehrer hinsichtlich der Qualität des Unterrichts bei Schulevaluation.


Unterrichtsqualität

Dieses sehr sensible und bildungspolitisch sehr aktuelle Thema birgt viele Barrieren in seiner Oparationalisier-, Erheb- und Auswertbarkeit.

Konkrete handlungsorientierte Aussagen sind selbstverständlich im Rahmen einer Diplomarbeit nicht umsetzbar. Und selbst wenn der zeitliche Rahmen gegeben wäre, steht immer noch zur Diskussion, woran ich die Unterrichtsqualität messe und wie ich die vielfältigen Ausgangsbedingungen und Einflussvariablen kontrollieren kann. Das Vorgehen in dieser Diplomarbeit zu dieser Thematik kann nur für den Einzelfall dieser Schule gewertet werden. Eine Vergleichbarkeit mit anderen Schulen ist nicht möglich.

Es ist auch eine Vergleichbarkeit unter den Lehrkräften nicht möglich, da hierzu das Einverständnis des Kollegiums Voraussetzung gewesen wäre. Immerhin war die Schule grundsätzlich bereit, dieses Thema mit einzubeziehen. Um dennoch relativ aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, wurde dieser Themenkomplex von Lehrern, Schülern und Eltern gleichermaßen bewertet, um durch die durchschnittliche Wertung verschiedener Perspektiven aussagekräftigere Ergebnisse und durch eventuell auffallende Urteilsdifferenzen einen entsprechenden Handlungs- und Diskussionsrahmen herauszuarbeiten.

Die Items beziehen sich größtenteils auf vorgeschlagene Qualitätsindikatoren von Buhren & Killus (2000) und bewegen sich hauptsächlich im Rahmen der Prozessqualität.

Durchschnittliche Bewertungen von Lehrern, Eltern und Schülern

Wertetabellen stellen die fragenbezogenen Gesamtmittelwerte über- und unterhalb des Mittelmaßes dar. Hier ist sozusagen ersichtlich, wo die im Ganzen wahrgenommenen Stärken und Schwächen liegen.

Auffallend ist, dass sich die positiven Werte hauptsächlich im Bereich der Umsetzung von Regeln, Strukturen und Inhalten bewegen. Im negativen Bereich bewegt sich eher die individuelle Leistungsförderung, die Partizipationsmöglichkeiten von Schülern am thematischen Vorgehen sowie die vertrauensvolle Lernatmosphäre.

Urteilsdifferenzen in den Bewertungen von Lehrern, Eltern und Schülern

Die verschiedenen Urteilsdifferenzen sind im Anhang ausführlich dargestellt. Hier sollen nur die (aus meiner Sicht) wichtigsten angesprochen werden.

Die Bewertungsübereinstimmungen betreffen hauptsächlich Items, die im Durchschnitt über dem Mittelmaß liegen. Bei den Bewertungsdifferenzen sieht es umgekehrt aus. Besonders auffallende Differenzen zwischen Lehrkräften und Schülern bestehen bei den Items „Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens“ und „Förderung der Eigeninitiative der Schüler“, Hier fanden von Schülerseite deutlich negativere Wertungen statt, die durch ebenfalls relativ negative Wertungen von Elternseite unterstrichen werden. Hier gibt es anscheinend großen Gesprächs- und Handlungsbedarf.

Gerade im Raum- und Pausengestaltungsbereich sind auf mehreren Ebenen sowie innerhalb der organisationalen Ressourcen Probleme und Verbesserungsansätze mehrfach diskutiert worden. Die in Bezug zu Lehrer- und Schülerwertung relativ positive Wertung der räumlichen Ausstattung und der Pausengestaltungsmöglichkeiten von Elternseite, muss einschränkend unter dem Aspekt des starken Außenblicks und kommunikationsbedingter Einengungen gesehen. In der Grafik unten wird zudem deutlich, dass die Eltern im Durchschnitt eine positivere Antworttendenz zeigen als Lehrer und Schüler und dass Schüler im Durchschnitt negativere Antworttendenzen zeigen.

Korrelationen

Die wahrgenommene Motivierung der Schüler korreliert positiv mit der Methodenvielfalt (r= ,44) und mit der wahrgenommenen Identifizierung mit der Schule (r=,40). Da die Motivierung der Schüler im Mittel eher negativ eingeschätzt wurde, könnten sich hier erste Gestaltungsansätze finden lassen.

Gesamtmittelwerte

Eine Ursache für die eher positiven Bewertungen von Elternseite kann aus den offenen Rückmeldungen, die trotz relativ geringem Fragebogenrücklauf von Elternseite in großer Anzahl stattgefunden haben, heraus gelesen werden. Die zahlenmäßig häufigste Kritik am Elternfragebogen bezog sich auf den mangelnden Einblick in das Unterrichtsgeschehen und somit auf das Unvermögen, den Fragebogen korrekt ausfüllen zu können.

Interessant war jedoch in diesem Zusammenhang, dass die Eltern häufig vorschlugen, die Fragen zur Unterrichtsqualität von Schülerseite beantworten zu lassen, was wiederum im Vorfeld mit sehr hohem Fragebogenrücklauf bereits geschehen ist.

Der Vergleich der Gesamtmittelwerte von Eltern und Schülern über die Klassenstufen lässt erkennen, dass es mit zunehmender Klassenstufe eine abfallende Tendenz gibt. Auch die Teilnahmebereitschaft an der Evaluation (zu sehen am Fragebogenrücklauf, flgd. Tabelle) nimmt mit den höheren Klassenstufen deutlich ab. Hier wäre zu klären, inwieweit die sehr niedrigeren Gesamtmittelwerte der höheren Klassenstufen auf Elternseite den tatsächlichen Elterndurchschnitt nicht insgesamt verzerren.

Eine Detailsaufstellung der spezifischen Trends zu den jeweiligen Fragen findet sich im Anhang.

Fazit

Zusammenfassend betrachtet können aus den angeführten Daten durchaus handlungsrelevante Gestaltungsansätze gewonnen werden.

Die Schüler, Eltern und Lehrer nehmen Bemühungen um klare Regeln und Strukturen wahr, allerdings wird die Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens sowie der Vertrauensvorschuss an die Schüler zur eigenständigen Umsetzung von Aufgaben nur sehr ungenügend wahrgenommen und zeigt insofern einen konkreten Verbesserungsschwerpunkt für die Verwirklichung der Unterrichtsqualität auf. Des weiteren müssen eventuell in den höheren Klassenstufen verstärkt Schwerpunkte gesetzt werden, was jedoch noch im Einzelnen abzuklären wäre.

Kritisch betrachtet sind die aus den Ergebnissen gewonnenen Gestaltungsansätze nur schwer differenziert umsetzbar, da ein Vergleich zwischen den Lehrern und Klassen fehlt. Hier muss für den konkreten Unterricht an die Vernunft und Selbstkritik der Lehrkräfte appelliert werden.

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