Experten
Liebe Frau Trentl,
danke für Ihre Antwort. Prinzipiell gebe ich Ihnen auch recht, dass Evaluationen sinnvoll sein können - wenn sie professionell begleitet und durchgeführt werden. Nur wer soll das tun? Ich bin der Meinung nicht ich als Lehrerin.
Ich bin sehr gerne Lehrerin und engagiere mich neben der Wissensvermittlung auch in vielen anderen Bereichen für meine Schüler. Es gibt Streitschlichtungsprogramme und eine Erste-Hilfe-Initiative für Schüler, wir arbeiten sehr eng mit Schulpsychologen, Sozialpädagogen, dem Jugendamt und der Polizei zusammen - ganz abgesehen von der Elternarbeit, den Festen, Fahrten, Leseabenden und Co. Diese Vielfallt ist notwendig und gut und im Mittelpunkt stehen unsere Schüler und die Aufgabe sie bestmöglich zu fördern und zu fordern und sie auf ein Leben nach der Schule vorzubereiten.
Was ich sagen will ist, dafür bin ich die Expertin. Eine Evaluationsexpertin bin ich dagegen nicht und will es auch nicht sein. Daher auch die Aversion gegen das Thema. Ich glaube in unserem Kollegium hätte niemand etwas dagegen diese Thematik in die Hände eines Expertenteams zu legen. Klar mit Unterstützung durch die Schule. Aber es herrscht einfach die Unsitte vor, dass Lehrer ja alles noch dazu machen können, so nebenbei, und dass sie dafür schon das nötige Know-how mitbringen. Ist ja auf der einen Seite sehr schmeichelhaft - auf der anderen Seite schürt es aber Unmut. Ich warte noch auf den Tag, an dem wir unser Schulhaus selber putzen, denn jeder kann doch den Putzlappen schwingen und so ließe sich doch prima der ein oder andere Hausmeisterposten einsparen.
Ich bin jetzt gespannt, was unser "Zwangsteam" erarbeitet. Auf jeden Fall werde ich in der nächsten Konferenz auf Ihre Homepage hinweisen. Vielleicht wird ja etwas daraus. Sonst berichte ich zu einem späteren Zeitpunkt von den neusten - vielleicht ja sogar positiven -Entwicklungen.
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