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Alt 14.06.2007, 14:11
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Jörg Punge Jörg Punge ist offline
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Standard Gewalt an der Schule

Liebe Frau Koller,
eigentlich gehöre ich nicht zu der von Ihnen an gesprochenen Kollegengruppe. In meiner alltäglichen Arbeit bin ich (glücklicherweise) mit Ihrem Problem nicht direkt konfrontiert. Vielleicht kann ich Ihnen aber mit einem Literaturhinweis etwas weiterhelfen. Sicherlicgh wird sich im Laufe der Zeit der eine oder andere echte Kollege zu diesem Thema äußern. Mein Hinweis:

Prof. Dr. Kurt Singer
Lehrer-Schüler-Konflikte gewaltfrei regeln
Erziehungsschwierigkeiten und Unterrichtsstörungen
als Beziehungsschwierigkeiten bearbeiten
Beltz Verlag Weinheim, 5.Auflage 1996, 197 Seiten € 19,00

Lehrer-Schüler-Konflikte gewaltfrei regeln

Abstract:

Konflikte gehören zum Schulalltag. Wir können sie nicht verhindern, aber wir können sie aufdecken und bearbeiten. Andernfalls führen sie zu andauernden Lehrer-Schüler-Machtkämpfen und Strafaktionen, die Lehrerinnen und Lehrern das Leben schwer machen, aber auch Kindern und Jugendlichen.

Das Buch belehrt nicht darüber, was Lehrerinnen und Lehrer besser machen sollen, sondern fragt danach, wie sie mit den Schülern besser leben können: Bleibe ich im Unterricht „ich selbst“ oder muss ich meine Person einer Lehrer-Rolle opfern, die mir nicht gefällt? Darf ich meine Wünsche und Ängste im Schulalltag merken? Kann ich mit den Jugendlichen so Kontakt aufnehmen, wie ich das möchte? Die Frage „Was mache ich richtig oder falsch?“ weicht den Fragen „Wer bin ich? Wie möchte ich sein?“

Der Leser wird angeregt, Entwicklungsprozesse bei sich selbst zu ermöglichen, die ihm helfen, Disziplinprobleme und Erziehungsschwierigkeiten im Unterricht nicht mit Machtmitteln oder psychologischen „Strategien“ zu lösen, sondern zu Schülern und Klasse Beziehung aufzunehmen, statt nur zu erziehen. Die anschaulichen Beispiele zeigen keine „idealen Lösungen“; sie ermutigen dazu, Prozesse zu wagen, sich zu verständigen. Die Fallbeispiele sind nicht zum Nachmachen, sondern zum Nachdenken. Sie sollen dazu anregen, sich mit sich selbst und mit den Schülern konflikt-bearbeitend einzulassen: miteinander Konflikt-Konfliktfähigkeit zu lernen.

Es handelt sich auch um die Frage: Können wir in der Schule dazu beitragen, den Frieden zu lernen? In unserer durch Kriege gefährdeten Welt sollte Friedenspädagogik in der Schule als Information über Wege zum Frieden und als unmittelbare Erfahrung im Zusammenleben eine größere Rolle spielen als sie das derzeit tut.
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