Ungewöhnlich schnelle Reaktion auf ungewöhnlich harsche Kritik. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg initiert eine (auf drei Jahre angelegte) Längsschnittstudie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung zu den Hauptschulen. Dabei soll der Wissenszuwachs bei Hauptschülerinnen und Hauptschülern analysiert werden. Als Vergleichswert soll die Leistungsentwicklung an Realschulen und sächsischen Mittelschulen berücksichtigt werden.
Quelle: Kultusministerium BW Pressemitteilung vom 24.05.2007
Längsschnittstudie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung zu den Hauptschulen auf Anregung von Kultusminister Helmut Rau initiiert
"Ich stelle mich einer offenen Debatte und werde
diese auf eine wissenschaftlich fundierte Basis stellen", erklärte
Kultusminister Helmut Rau MdL am Donnerstag in der aktuellen Debatte im Landtag.
Rau kündigte an, dass das Max-Planck-Institut auf seine Initiative hin
eine so genannte Längsschnittstudie durchführen werde. Die ersten
Gespräche zwischen Kultusministerium und Max-Planck-Institut fanden
bereits im Sommer vergangenen Jahres statt. Seitens des Max-Planck-Instituts
für Bildungsforschung werden Prof. Dr. Jürgen Baumert und Prof.
Dr. Ulrich Trautwein das Projekt verantworten. Ziel der wissenschaftlichen
Untersuchung wird sein, die Leistungsentwicklung von Hauptschülerinnen
und Hauptschülern zu analysieren. Um differenzierte Aussagen treffen
zu können, müssen die Leistungen von Hauptschülern mit den
Leistungen von Schülern anderer Schularten verglichen werden. Dazu werden
zusätzlich Untersuchungen an baden-württembergischen Realschulen
und sächsischen Mittelschulen durchgeführt. Mitfinanziert wird
die Studie von der Robert-Bosch-Stiftung, der Hertie-Stiftung sowie dem sächsischen
Kultusministerium.
In so genannten Längsschnittstudien kann der konkrete Leistungszuwachs
der Schülerinnen und Schülern untersucht werden. Über einen
Zeitraum von drei Jahren werden die Schülerleistungen in drei unterschiedlichen
Alterskohorten in zentralen Lernbereichen gemessen. Nach einer vom Max-Planck-Institut
ausgearbeiteten Studienskizze werden voraussichtlich ab Herbst/Winter 2007
je zwei 5. Klassen, zwei 7. Klassen und zwei 9. Klassen aus je 25 Haupt- und
Realschulen erstmals getestet. In Sachsen würden dann entsprechend 25
Mittelschulen mit je zwei 5., 7. und 9. Klassen an den Untersuchungen einbezogen.
Die Studie analysiert die Leistungszuwächse in den Bereichen Mathematik,
Deutsch, Allgemeinwissen, Englisch als Fremdsprache und kognitive Fähigkeiten. "Unser
Ziel ist es, dass die Studie bereits dieses Jahr startet", bekräftigte
Rau.
Um möglichst früh mit Ergebnissen arbeiten zu können, werde
die Studie so angelegt, dass bereits nach drei Jahren die ersten belastbaren
Auswertungen zu erwarten seien, so Rau. Die ersten Zwischenergebnisse lägen
bereits nach zwei Jahren vor.
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