"Kinder und Jugendliche gleich welcher Herkunft müssen die gleichen Chancen auf Bildung, Schule, Hochschule und Beruf haben." Dies sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf einer internationalen Konferenz in Berlin zur "Integration durch Bildung".
Die "Abhängigkeit des Bildungserfolges von sozialer Herkunft" müsse gebrochen werden. Dies forderte die Bundeskanzlerin vor rund 400 Fachleuten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft verschiedener OECD-Staaten.
Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 16. 10. 2007
Pressemitteilung 197/2007
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist ein Forum, in dem die Regierungen von 30 demokratischen Marktwirtschaften zusammenarbeiten. Ziel ist es, Herausforderungen der Globalisierung im Wirtschafts-, Sozial-, Umwelt-, und Governance-Bereich anzugehen.
"Bildung und Integration sind zwei Seiten einer Medaille. Die Frage, wie es uns gelingt, beides zusammenzubringen, ist eine der ganz großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts", so die Kanzlerin. Sie wies darauf hin, dass fast ein Fünftel der deutschen Bevölkerung einen Migrationshintergrund habe. "Rund 15 Millionen Menschen aus 200 Staaten leben heute in unserem Land. Sie haben die gleichen Chancen und sie sollen diese auch haben."
Merkel sagte: "Wir wollen gegen Schulabbruch, gegen Studienabbruch vorgehen und uns um jeden einzelnen Menschen in unserem Lande wirklich kümmern." Kinder mit Migrationshintergrund sollten "von Anfang an der Schule folgen" können. "Wir können auf kein Talent verzichten."
Im Anschluss an ihre Rede diskutierte die Kanzlerin mit dem Unternehmer und Stifter Bill Gates per Live-Schaltung aus den USA. Themen waren die Chancen der Zusammenarbeit von Staat und Privatwirtschaft im Bereich der Bildung. Merkel wollte von Gates wissen: Wie werden in den USA Einwanderinnen und Einwanderer ohne Ausbildung gefördert und eingebürgert? Gates erklärte, dass die USA vor ähnlichen Herausforderungen stünden wie die europäischen Staaten. Umso wichtiger sei der Beitrag der Schulen zur Integration.
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Staatsministerin Maria Böhmer, sprach sich für eine größere internationale Zusammenarbeit bei der Integration aus. Die OECD-Staaten könnten voneinander lernen, da sie vor ähnlichen Problemen stünden und teilweise bereits innovative Lösungen erarbeitet hätten.
Dies betonte auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der an der Konferenz ebenfalls teilnahm. Auf europäischer Ebene sei daher der Austausch untereinander wichtig, um von guten Beispielen in den Nachbarländern zu lernen.
Ein Austausch von Erfahrungen ist auch das Ziel der zweitägigen Konferenz "Integration durch Bildung im 21. Jahrhundert – eine Herausforderung für Public-Private-Partnerships". Sie wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Maria Böhmer, und der Vodafone-Stiftung im Auswärtigen Amt veranstaltet.
Diskutiert werden auf dem internationalen Symposium: erfolgreiche Beispiele öffentlicher und privater Zusammenarbeit in verschiedenen OECD-Ländern auf dem Gebiet der Integration durch Bildung. So werden Kanada, Australien, Schweden und Deutschland mit ihren unterschiedlichen Ansätzen in der Bildungs- und Integrationspolitik vorgestellt und diskutiert. Auch werden einzelne Aspekte, wie vorschulische Bildung, Schulentwicklung und Einführung in die Arbeitswelt behandelt.
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