Eine Studie seiner Arbeitsgruppe an der Universität Freiburg
ergab, dass offene Feindseligkeit, schwere Beleidigungen und Aggressivität,
denen Lehrkräfte im Klassenzimmer von Schülerseite ausgesetzt
sind, am stärksten die Lehrergesundheit belasten.
Quelle: GEW Pressemitteilung vom 07.10.2008
Stuttgart – „Statt medienwirksam die Pensionsgrenze 67 zu fordern,
sollte
Günther Oettinger zuerst seine Zusagen einlösen. Wir warten
immer noch auf den Start des Maßnahmenpakets für Arbeits- und
Gesundheitsschutz für die Schulen in Baden-Württemberg im Umfang
von 4,2 Millionen Euro. In
Sonntagsreden werden immer wieder Entlastungen für die Schulen versprochen,
aber die Lehrerinnen und Lehrer harren bisher vergeblich auf die fest
zugesagten Verbesserungen“, sagte am Dienstag (07.10.) in Stuttgart
Doro Moritz, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
(GEW).
Der Mediziner Prof. Dr. Joachim Bauer aus Freiburg bezeichnete Aggressionen und Gewalt im Schulalltag als eine wichtige Ursache für die Erkrankung von Lehrer/innen. Eine Studie seiner Arbeitsgruppe an der Universität Freiburg ergab, dass offene Feindseligkeit, schwere Beleidigungen und Aggressivität, denen Lehrkräfte im Klassenzimmer von Schülerseite ausgesetzt sind, am stärksten die Lehrergesundheit belasten. Auch von Elternseite erlebte Aggressivität und Unzufriedenheit hatte einen signifikanten negativen Einfluss. Besonders dramatisch scheint die Situation an Hauptschulen zu sein, wo allein innerhalb eines Jahres mehr als 53 Prozent der Lehrkräfte erleben, dass sie im Unterricht von Schülern schwer beleidigt oder aggressiv angegangen werden. Bauer wies daraufhin, dass eine repräsentative Studie in südbadischen Hauptschulen und Gymnasien ergab, dass eigentlich jeder dritte Lehrer krankgeschreiben werden müsste.
Bauer hat ein Modell entwickelt, mit dem Lehrer/innen über Gesundheitstage
und Coachinggruppen auf die Belastungen im Schulallag besser vorbereitet
werden können. Die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende und Arbeitsschutzexpertin
Barbara Haas machte sich gegenüber der Landesregierung für einen
präventiven Arbeits- und Gesundheitsschutz stark. Dazu gehören
neben Fortbildung und Coaching auch kleinere Klassen und mehr Unterstützung
zum Beispiel durch Schulsozialarbeiter/innen und Schulpsycholog/innen.
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